Jake and Dinos Chapman
Jake and Dinos Chapman - From Hell To Hell
Jake and Dinos Chapman
From Hell To Hell
 
Erschienen: Juli 2009
Audio-CD: 52:00 Min.
ISBN: 978-3-941185-45-6
 
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Jake and Dinos Chapman - From Hell To Hell / signiert / Auflage: 10 Stück
Jake and Dinos Chapman
From Hell To Hell / signiert / Auflage: 10 Stück
 
Erschienen: Juli 2009
Audio-CD: 52:00 Min.
ISBN: 978-3-941185-45-6
 
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* alle Preise inkl. 19% MwSt.
„Als Jake und ich hörten, das Hell tatsächlich zerstört ist, wollten wir verhindern, dass es zur Ikone wird. Wir haben dann sofort den Entschluss gefasst, Hell zu rekonstruieren.“ Tatsächlich hat der Brand in einem Lagerhaus (2004) den Chapmans einen großen Dienst erwiesen. Es hat 4 ½ Jahre gedauert, „Hell“ nachzubauen; dabei wurde nicht nur die technische Seite perfektioniert, sondern die Brüder erkannten, dass die Hölle eigentlich kein abschließbarer Prozess ist, sondern „ein Speicher für alles in Miniatur.“ Als einige Leute dann zum ersten Mal „Fucking Hell“ sahen, fingen sie an zu weinen, weil das Werk an die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Einige kamen sogar am ersten Tag und wollten alles zerstören, weil die Juden fehlen. Aber es gab im wirklichen Krieg ja auch keine Mutanten, keine lebenden Skelette und ganz offensichtlich auch keinen McDonald’s. „Es handelt sich nicht um Juden oder Nazis, es ist ein Modell.“ Jake & Dinos Chapman benutzen Begriffe wie Glück oder das Böse, Nationalsozialismus, Faschismus, ein Hakenkreuz oder ein Smiley Face und treiben sie bis an den Punkt, an dem sie zusammenbrechen. Dadurch wird die Arbeit an sich bedeutungs- und wertlos. „Fucking Hell ist der Versuch, Chaos aus Chaos zu gebären, weil Chaos der Grundzustand von allem ist.“ Man kann aber „Fucking Hell“ nicht beurteilen ohne „Hell Sixty-Five Million Years BC“ (2004-2005) gesehen zu haben; vermutlich die weitaus rohere Version als „Fucking Hell“, weil „hier gezeigt wird, dass unsere Vernichtung und der Genozid schon immer in die Natur eingeschrieben sind. Man sieht über den Dinosauriern in Hell Sixty-Five Million Years einen Meteorit: das drohende Ende der Saurier; alle Sinnfragen werden absurd, wenn man erkannt hat, dass einst die Sonne eventuell die Erde verschlingen wird.“ Im Gegenzug wird alles zu biologischen Vorgängen, zum reinen Spiel, ohne Anspruch auf Aufklärung und Fortschritt. „Wir wollen überhaupt nichts verbessern, Heilung interessiert uns nicht, wenn überhaupt, dann wollen wir die Dinge verschlechtern.“

Im Vorfeld der Ausstellung „Memento Moronika“ haben Robert Eikmeyer und Thomas Knoefel Aufnahmen mit Jake und Dinos Chapman in Hannover gemacht. Das Thema, wie könnte es anders sein, die Hölle und Ihre Insassen. Nachdem die erste Hölle in einem Lagerhausbrand vernichtet wurde, begannen die Chapmans mit „Fucking Hell“ eine neue Version, die 2008 in ihrer Ausstellung „If Hitler Had Been a Hippy How Happy Would We Be“ in London gezeigt wurde. Warum gerade Hitler und immer wieder das Thema von Grausamkeit und Vernichtung in den Arbeiten der Chapmans? Und warum musste zwischenzeitlich mit „Hell Sixty-Five Million Years BC“ noch eine dritte Hölle aus Papp-Dinosauriern entstehen? Brigade Commerz erste Audio CD auf English enthält Antworten auf diese Fragen. Die Chapmans als sensible Beobachter ihrer Zeit, immer bereit, die letzten Tabus zu brechen, wenn es um die Kunst und die Rolle des Künstlers geht.